Am 03. April 2013 fand auf Initiative des Berufsverbandes der Sportökonomen/-manager (VSD e.V.) in Zusammenarbeit mit dem NETZwerk „blau-gelb“ e.V. ein „Sportplatz-Talk“ im historischen Sportforum Leipzig statt. Im Mittelpunkt stand das Thema „Kommerz im Sport – Ende der Fahnenstange?“.
Anlass dafür waren die aktuellen Fragestellungen, ob nur noch mittels finanzieller Unterstützung von Großinvestoren der Aufstieg und Erfolg von Sportclubs gewährleistet ist, welche Chancen und Risiken sich daraus für regionale Sportvereine ergeben und wie sich der Profisport in Deutschland zukünftig entwickeln wird.
Vor ca. 50 interessierten Gästen diskutierten Prof. Dr. Sören Bär (Professor für Marketing und Dienstleistungsmanagement an der Staatlichen Studienakademie Riesa), Olaf Winkler (Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Lok Leipzig), Dr. Werner Scholz (Geschäftsführer der Uni-Riesen Leipzig) und René Beck (Freiberuflicher Dozent für Sportmanagement und ehemaliger Pressesprecher der Dresdner Eislöwen) auf dem Podium. Moderiert wurde die Veranstaltung vom VSD-Vorstandsvorsitzenden Ulrich Semblat.
Zum Auftakt hielt Prof. Dr. Sören Bär einen Impulsvortrag zum Thema „Kommerzialisierung des Sports – Facts and Figures“. Er erläuterte, dass der Emotionalisierung von Marken in Zeiten einer immer höheren Informationsüberlastung eine sehr große Bedeutung zuzuschreiben ist, um einen Zusatznutzen gegenüber Wettbewerbern anzubieten. Sportsponsoring wurde dafür als ein geeignetes Instrument charakterisiert. Äußerst wichtig ist jedoch die Affinität zwischen dem Sponsor und dem gesponserten Verein.
René Beck beschrieb die Kooperation zwischen Vereinen und Sponsoren als „Ritt auf der Rasierklinge“. Ohne Sponsoring sei langfristiger Erfolg im Eishockey nicht möglich, jedoch könnten Verluste resultieren, wenn ungeeignete oder zu viele Sponsoren auf die Fans abschreckend wirken.
Aus Sicht von Dr. Werner Scholz ist ein Verzicht auf Sponsoren im Basketball undenkbar. Außerdem könnten sich die Fans trotz Sponsor im Vereinsnamen mit dem Klub identifizieren.
Olaf Winkler betrachtet Sponsoren nicht nur als reine Geldgeber. Für ihn steht die Betonung der Glaubwürdigkeit und der Sympathie der Marke 1. FC Lok Leipzig im Vordergrund.
Zukünftig werden sich, laut Professor Bär, nur starke Marken durchsetzen können. Vereine müssen ein klares Konzept, Professionalität innerhalb ihrer Struktur und ein einzigartiges Image besitzen, um geeignete Sponsoren von sich überzeugen zu können.
Alle Teilnehmer sprachen von einer sehr gelungenen Veranstaltung, die durch Offenheit und Respekt sowie zahlreiche interessante Ideen und Meinungen geprägt war.
Interview mit Prof. Dr. Sören Bär: http://www.youtube.com/watch?v=zCYOQ8VyNuM
Quelle: http://www.netzwerk-blau-gelb.de